Hochfest der Erscheinung des Herrn in Fulda: Gott weist Wege zum Frieden

Mitteilung des Bistums Fulda

Beim Festgottesdienst zum Hochfest der Erscheinung des Herrn im Fuldaer Dom hat Weihbischof und Domdechant Prof. Dr. Karlheinz Diez am Dienstag die biblische Erzählung von den Weisen aus dem Morgenland als hochaktuelle Botschaft ausgelegt: Gott zeige den Menschen Wege zu Frieden und Versöhnung – leise, beharrlich und jenseits gängiger Machtlogik.

Fuldas Weihbischof und Domdechant Prof. Dr. Karlheinz Diez erinnerte in seiner Predigt an das bekannte Wort aus dem Evangelium: „Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“

Die Weisen aus dem Morgenland, die Heiligen Drei Könige, stünden beispielhaft für Menschen, die sich von Gott führen lassen und bereit sind, ihre eigene Macht und Bedeutung zu relativieren.

Ihnen stellte er das Bild des neugeborenen Christus gegenüber: „Kein Glanz, kein Glamour, der König und Herrscher Jesus Christus liegt in einem ärmlichen Stall“, sagte er.

Gerade darin zeige sich eine Umkehr der Maßstäbe: Macht werde nicht durch Stärke oder Reichtum definiert, sondern durch Hingabe und Liebe.

Ein anderes Verständnis von Macht

Diez machte deutlich, wie sehr sich das Königtum Christi von gängigen Machtvorstellungen unterscheidet. Während heutige Herrscher häufig mit Reichtum und vordergründiger Inszenierung ins Rampenlicht rücken, begegne Gott den Menschen in der Niedrigkeit der Krippe.

Gerade darin liege eine Herausforderung: Christus als König anzuerkennen bedeute, sich auf andere Werte einzulassen als Erfolg, Besitz oder Durchsetzungskraft.

Zugleich öffnete der Weihbischof den Blick für die politische Dimension des Evangeliums. Die Unruhe des Königs Herodes angesichts der Geburt Jesu sei Ausdruck der Angst vor Machtverlust.

„Das ist heute mit dem brutalen Angriffskrieg auf die Ukraine nicht anders, wie damals zur Zeit des Herodes. Sie haben Angst, ihre Herrschaftsgewalt abgeben zu müssen und in die Bedeutungslosigkeit zu versinken“, sagte Diez.

Hoffnung gegen Angst und Gewalt

Diesen Machthabern stellte der Weihbischof die Weisen aus dem Morgenland gegenüber. Obwohl selbst einflussreich und wohlhabend, hätten sie keine Scheu, eine höhere Macht anzuerkennen und vor ihr niederzuknien.

„Sie wissen um die begrenzte Zeit ihrer Herrschaft und darum, dass über ihrem Leben Gott steht“, so Diez. Diese Freiheit ermögliche es ihnen, unbeirrt dem Stern zu folgen.

Der Weihbischof hob hervor, dass Gott auch heute Orientierung schenkt: „Gott führt anders. Seine Wege sind leise und sanft“, betonte er. Wer sich im Gebet an ihn wende, könne erkennen, wo Wege zu Frieden und Versöhnung verlaufen.

Gott halte die Geschicke in seinen Händen, tröste, heile und richte auf. Das sei Grund zur Hoffnung und Anlass, Gott zu vertrauen und ihn anzubeten.

Musikalisch gestaltet wurde der feierliche Gottesdienst vom Fuldaer Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber. An der großen Domorgel spielte Domorganist Max Deisenroth.